Drucken Drucken



Wechselblicke: Zwischen China und Europa 1669 - 1907
Datum: Dienstag 06 Februar 2018 09:41:01
Thema: Pressemitteilungen der DEA


Die Sonderausstellung der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin präsentierte anhand von rund 100 Kupferstichen, Fotografien, Porzellan, Gemälden und kunsthandwerklichen Objekten die bisher wenig beachtete Wechselseitigkeit des kulturellen Austausches zwischen China und Europa vom Ende des 17. bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Rezeption chinesischer Kulturgüter in Europa wird seit langem als „Chinoiseserie“ bezeichnet; weit weniger bekannt sind die gleichzeitige Übernahme und Interpretation kultureller Merkmale aus Europa – der so genannten „Europerie“ – während der Qing-Dynastie (1644-1911) in China. Die Ausstellung veranschaulichte die Prozesse und Wechselwirkungen, die nicht nur Chinoiseserien hervorbrachten und das China-Verständnis vieler Europäer prägten, sondern auch Europerien erzeugten – also Architekturen und Artefakte, die das Europa-Bild Chinas widerspiegeln.

An Kupferstichen und Fotografien der so genannten europäischen Paläste in Peking, Gegenständen aus Porzellan wie einem Gartenpavillon und der Tür eines chinoisen Kabinetts, lassen sich die unterschiedlichsten Arten der Auf- und Übernahme kultureller Merkmale nachvollziehen. Die Exponate sind chinesischer und europäischer Herkunft und weisen meistens sowohl chinesische als auch europäische Facetten auf. So überraschte ein Gemälde auf Seide aus der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts mit der Szene chinesischer Hofdamen in europäischer Kleidung beim Brettspiel in der Rokoko-Einrichtung der europäischen Paläste in Peking. Weiterhin waren chinesische Guckkastenbilder zu sehen, worin mit Linearperspektive und europäischen Architekturlandschaften experimentiert wird; Darüber hinaus erstaunten die Fotografien Ernst Ohlmers (1847-1927), der die Ruinen der europäischen Paläste in Peking aus chinoisem Blickwinkel inszenierte. Die Sonderaustellung zeigte, inwiefern das Verständnis Chinas in Europa sowie das Verständnis Europas in China sich in Architektur, Kunst und Kunstgewerbe über einen Zeitraum von rund 250 Jahren entfaltete. Die Exponate verdeutlichten außerdem die Austauch- und Aneignungsprozesse, die auch Materialien und Techniken wie Porzellan, Schmelzfarben und Kupferstechen sowie Darstellungsformen wie Linearperspektive und Schraffurtechniken mit einschlossen. Genauso vielfältig waren die Motivationen der Hersteller und Auftraggeber, denn sie reichten von ökonomischem Profitstreben bis zur Realisierung utopischer Vorstellungen. Wenn Sie keine Gelegenheit hatten, diese besondere Ausstellung in Berlin zu besuchen, können Sie eine entsprechende umfangreiche Publikation, die im Michael Imhof Verlag erschien, bestellen.





Dieser Artikel stammt von der Webseite DEA Deutsche Eliteakademie
www.deutsche-eliteakademie.de

Die URL für diesen Artikel lautet:
www.deutsche-eliteakademie.de/load.php?name=News&file=article&sid=544


Drucken Drucken

Das Impressum finden Sie hier
www.deutsche-eliteakademie.de/load.php?name=Impressum