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Never Walk Alone: Jüdische Identitäten im Sport
Datum: Dienstag 07 Februar 2017 10:30:40
Thema: Pressemitteilungen der DEA


Das Jüdische Museum in München beabsichtigt, vom 22. Februar 2017 bis 7. Januar 2018 eine Ausstellung unter dem Titel "Jüdische Identitäten im Spor" durchzuführen und unterrichtete uns davon. "You?ll Never Walk Alone" - dass gerade dieses Lied, einst komponiert von Richard Rogers und Oscar Hammerstein für das Musical "Carouse", zu einer Hymne des Sports geworden ist, überrascht nur wenige. Die Frage nach Zugehörigkeit stellt sich in der Sportarena ebenso wie in der sie umgebenden Gesellschaft. Die Ausstellung "Never Walk Alone . Jüdische Identitäten im Sport" nähert sich dieser komplexen Idee der Zugehörigkeit an, indem sie Sportlerinnen und Sportler jüdischer Herkunft auf der Spielfläche fokussiert. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nahm die Sportbegeisterung in der deutschen Gesellschaft unaufhaltsam zu. Die Vorstellung vom modernen, gesunden und wohlgeformten Körper war eng mit sportlicher Ertüchtigung und Disziplin verbunden. Diese Entwicklung bot auch Deutschen jüdischer Herkunft viele Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Integration und zum sozialen Aufstieg. Im Fechten, Turnen, Schwimmen und im Tennis taten sich Athletinnen und Athleten jüdischer Herkunft hervor. Sportliche Leistungen und Erfolge waren nicht nur ein wesentliches Mittel zur Entwicklung und Festigung moderner jüdisch-deutscher Identität, sondern entzogen antisemitischen Stereotypen von der körperlichen Unterlegenheit den Boden.

Dass bestimmte Zuschreibungen von existenzieller Bedeutung sein konnten, zeigt beispielhaft die Geschichte der Fechterin Helene Mayer. Sie durfte als Jüdin 1936 an den Olympischen Spielen in Berlin teilnehmen und gewann die Silbermedaille für Deutschland. Sie war jedoch weder nach Halacha (Religionsgesetz) noch ihrer Selbstwahrnehmung nach Jüdin. Zur Jüdin wurde sie einzig durch die antisemitische Konstruktion der Nürnberger Rassengesetze der Nationalsozialisten. Diese diffamierten Deutsche mit einem jüdischen Elternteil und ebneten den Weg zu deren Verfolgung. Die Verbundenheit, die Beziehung, die Anerkennung für einen Sportler oder einen Verein unterstützen die eigene Selbstwahrnehmung und führen zu einem Gefühl des Wohlbefindens und der Sicherheit - immer unter dem Vorbehalt, dass der Wunsch nach Zugehörigkeit von einem Gegenüber angenommen und ermöglicht wird. Es braucht immer zwei Seiten, die einander bedingen. Die Ausstellung zeigt den besonderen Blickwinkel auf das Spielfeld und die Vielfalt der Optionen, "sportlich und jüdisch" zu sein - bis heute. Wir empfehlen den Besuch.





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