Drucken Drucken



Patienten-Recht-Gesetz (PatRechtG) und seine Folgen
Datum: Dienstag 13 Dezember 2016 08:39:16
Thema: Pressemitteilungen der DEA


Seit 2013 ist das Patienten-Recht-Gesetz in Kraft. Der Zeitraum ist nunmehr lang genug, um ein erstes Resümee zu ziehen. Die bereits vorhandenen Regelungen wurden in Gesetzesform gegossen, doch die im Einzelfall für den Arzt problematischen Punkte sind - zumindest bisher - davon kaum berührt. Das Recht, unverzüglich Einsicht in seine Patientenakte zu erhalten oder von dieser gegen Erstattung der Kosten Kopien zu erhalten, auch wenn jene Unterlagen für eine Klage gegen den Arzt aufgrund eines vermuteten Behandlungsfehlers genutzt werden sollen, wurde zwischenzeitlich gerichtlich bestätigt.

In einem Urteil gegen eine Zahnärztin, die dem Patienten als Kläger seine Unterlagen nicht zugänglich machen wollte, weil er die Rechnung noch nicht bezahlt hatte, entschied man sich gegen die Beklagte und veranlasste die Herausgabe (AG München vom 6. März 2015, Az. 243 18009/14). Eine derartige Entscheidung wäre meiner Auffassung nach auch schon vor Inkrafttreten des PatRechtG möglich gewesen. Die Regelung zur Beweislastumkehr bereitet den meisten Ärzten kaum Schwierigkeiten, kann im Einzelfall für sie sogar günstiger sein. Gleiches gilt für die Aufklärung und die Einholung einer Zweitmeinung. Ein erfahrener Arzt weiß, wie man sich durch eine gut geführte Dokumentation maximal absichern kann. Bei operativen Eingriffen versus medikamentöser Therapie ist die Anforderung an die Aufklärung besonders wichtig. Ein Beispiel aus der Gynäkologie verdeutlicht dies. Uterusmyome machen meist nur bis zur Menopause Probleme. Früher waren die Myomenukleation oder - bei größeren Myomen - die Hysterektomie die Standardtherapien. Aktuell sollte eine Hysterektomie erst dann erwogen werden, wenn andere Therapieoptionen ungeeignet sind. Damit ist der medizinische Standard definiert. Wer jetzt ohne entsprechende Aufklärung und deren Dokumentation eine Frau direkt zur Hysterektomie einweist, begeht also einen Verstoß gegen berufliche Standards und 630 a und f. Trotzdem - die Regeln zur Beweislast oder zur Aufklärung und Einwilligung bereiten eher weniger Schwierigkeiten. Im Einzelfall problematisch sind aber immer wieder neue Regelungen bzw. Erweiterungen.





Dieser Artikel stammt von der Webseite DEA Deutsche Eliteakademie
www.deutsche-eliteakademie.de

Die URL für diesen Artikel lautet:
www.deutsche-eliteakademie.de/load.php?name=News&file=article&sid=518


Drucken Drucken

Das Impressum finden Sie hier
www.deutsche-eliteakademie.de/load.php?name=Impressum