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Jean Fouquet – Das Diptychon von Melun

In einer Sonderpräsentation der Gemäldegalerie in den Staatlichen Museen zu Berlin wird ab Freitag, den 15. September 2017, Jean Fouquets Diptychon aus der Stiftskirche von Melun vorgestellt. Es gilt als eines der Hauptwerke der französischen Malerei und der Kunst des 15. Jahrhunderts überhaupt. Sein ehemals linker Flügel mit den Bildnissen des Stifters Etienne Chevalier und des hl. Stephanus befindet sich seit 1896 im Besitz der Gemäldegalerie, während der rechte, die Madonna darstellende Flügel, seit dem frühen 19. Jahrhundert sich im Eigentum des Museums für Schöne Künste in Antwerpen befindet. Hinzu kommt das im Louvre aufbewahrte Emailmedaillon mit dem Selbstbildnis des Künstlers, das einst den Rahmen des Diptychons schmückte. Die von Stephan Kemperdick kuratierte Ausstellung wird in der Gemäldegalerie alle diese Fragmente nun erstmals seit 80 Jahren zusammenführen und damit für kurze Zeit die verlorene Einheit eines großen Kunstwerks wieder herstellen. Die in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach geplante, aber nie realisierte Wiedervereinigung der beiden großen, sehr gut erhaltenen Gemälde kann als Sensation gelten und wird ein ungewöhnliches ästhetisches Erlebnis bieten
Weitere ausgesuchte Objekte umreißen den künstlerischen Kontext des Meisters und veranschaulichen sein herausragendes malerisches Können. An erster Stelle steht dabei das Bildnis des Narren Gonella aus Wien, dessen Zuschreibung an Jean Fouquet seit 40 Jahren diskutiert wird. Das Gemälde ist hier das erste Mal überhaupt neben gesicherten Werken Fouquets zu sehen. Des Weiteren wäre die lebensgroße Bildniszeichnung des Guillaume Jouvenel des Ursins zu nennen, das einzige erhaltene Blatt, das Fouquet fraglos zugeschrieben werden kann. Hinzu kommt seine nur in Kopie erhaltene Porträtzeichnung der Agnes Sorel, der Geliebten des französischen König Charles VII., deren Züge man in der Madonna des Diptychons erkennen kann. Weitere Gemälde von Jan van Eyck, Petrus Christus und Rogier van der Weyden sowie Zeichnungen von Benozzo Gozzoli und Barthélemy d’Eyck werden zudem die für Fouquet charakteristische niederländische Porträtmalerei seiner Zeit sowie seine möglichen italienischen Anregungen repräsentieren. Wir empfehlen den Besuch der Gemäldegalerie in den Staatlichen Museen zu Berlin.

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