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Depression - Let?s talk

Immer mehr Menschen weltweit leiden an Depressionen. Nach einer Studie der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind es über 320 Millionen, somit 4,4 Prozent der Weltbevölkerung. Das gilt für wohlhabende Länder ebenso wie für arme Regionen. Die Zahlen steigen, die Unterstützung aber nicht. Prof. Dr. Detlev Ganten ist Präsident des World Health Summit, Arzt und Wissenschaftler - er erklärt, warum Forschung, Politik, Industrie und Zivilgesellschaft die Situation nur gemeinsam verbessern können, mit nachfolgenden Ausführungen. "Depressionen sind eine Krankheit und müssen als solche anerkannt und behandelt werden. Sie werden aber oft von Ärzten und Patienten nicht ernst genug genommen. Rund die Hälfte der schweren Fälle wird bisher gar nicht behandelt. Dies kann im Extremfall bis zum Suizid führen. Das ist besonders dramatisch, da Depressionen gut behandelbar und sogar heilbar sein können. Die Dunkelziffer der Depressionskranken ist weltweit extrem hoch.
Das gilt vor allem für ärmere Länder, in den Industrienationen ist die Datenlage besser. Schauen wir uns zum Beispiel die dramatische Situation der Millionen Menschen an, die auf der Flucht vor Folter, Verfolgung und Gewalt Unvorstellbares erleiden und oft schwer traumatisiert bei uns ankommen. Ein riesiges Forschungsthema, das uns in Zukunft noch viel beschäftigen wird. Wichtig ist erst mal eine effektive Aufklärungsarbeit, die sowohl die Patienten und ihr Umfeld, als auch Politik und Forschung erreicht. Dafür brauchen wir internationale, übergreifende Foren wie den World Health Summit, der jedes Jahr einflussreiche Vertreter aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft aus über 80 Ländern nach Berlin holt, um weltweit die Gesundheitsprobleme gemeinsam anzugehen. Psychische Gesundheit in den unterschiedlichen Kulturkreisen gehört zum Beispiel - neben wichtigen Themen wie Antibiotikaresistenzen - unbedingt auf die Agenda der G7/G20 Gespräche. Sport und Bewegung gelten als gutes Mittel gegen Depressionen. Regelmäßiges Laufen - vor allem in der Gruppe - aktiviert unser Hormonsystem, so dass Endorphine ausgeschüttet und Glücksgefühle verursacht werden. Das ist schon mal ein wichtiger Schritt. Außerdem fördert das Wissen von physischer Leistungsfähigkeit auch die mentale Stärke, um zum Beispiel durch persönlich oder beruflich schwere Zeiten zu gehen. Wer mutlos und antriebslos ist, muss sich dessen überhaupt erst bewusst werden und akzeptieren, dass es sich um eine Krankheit handeln könnte. Das ist ein langwieriger und meist schwieriger Prozess. Der Austausch mit vertrauten Personen kann dann schon viel bewirken. So lautet auch der Rat an den Familien- und Freundeskreis, denn oft werden die Symptome von außen viel eher erkannt als von dem Betroffenen selbst. Wir müssen für die Menschen da sein und ihnen ein positives Umfeld bieten. Unbedingt wichtig ist natürlich, dass Depressionskranke zum Arzt gehen und professionelle Hilfe erhalten." Soweit Detlev Ganten.

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