DEA Deutsche Eliteakademie

Alchemie. Die große Kunst

Vom 6. April bis 23. Juli 2017 findet im Berliner Kulturforum eine Sonderausstellung der Staatlichen Museen zu Berlin in Kooperation mit dem Getty Research Institute, Los Angeles, statt. Die groß angelegte Ausstellung beleuchtet das Verhältnis von Kunst und Alchemie auf rund 800 Quadratmetern. Gezeigt werden mehr als 200 Exponate aus über 3000 Jahren Kunst- und Kulturgeschichte aus den Sammlungen der Staatlichen Museen zu Berlin und der Staatsbibliothek, ergänzt durch herausragende Leihgaben namhafter internationaler Institutionen. Die Alchemie ist ein Schöpfungsmythos und dem künstlerischen Schaffen daher wesensverwandt - diese Idee durchzieht alle Epochen und Kulturen, Sie berührt die alchimistische Theoriebildung ebenso wie die künstlerische Praxis. Die Ausstellung zur Kunst der Alchemie ist deshalb wie geschaffen für die Staatlichen Museen zu Berlin, deren Bestände von der Vor- und Frühgeschichte bis in die Gegenwart reichen. Die Alchemie ist somit ein Universalthema für ein Universalmuseum.
Der Begriff "Alchemie" leitet sich aus dem Arabischen ab und wurde durch die Übersetzung arabischer Texte seit dem 12. Jahrhundert im Abendland verbreitet. Der Alchemie verwandte handwerkliche Praktiken gab es jedoch lange vor unserer Zeitrechnung. Schmiedekunst und Metallurgie im babylonischen Reich, die Nachahmung von Edelmetallen in der so genannten Tempelindustrie und das Färberhandwerk im Alten Ägypten, chemische Stoffumwandlungsprozesse in der griechischen Naturphilosophie oder pharmazeutische Praktiken und Unsterblichkeitsmythen in China können als frühe, protoalchemistische Zeugnisse angeführt werden. Die von Jörg Völlnagel kuratierte Ausstellung verfolgt die unterschiedlichen Ausprägungen in der künstlerisch-handwerklichen Praxis und der visuellen Kultur von der Antike bis zur Gegenwart anhand von drei Sektionen: Die Schöpfung ist den Ursprüngen der Alchemie gewidmet und zeigt den Einfluss alchemistischer Technologien auf die künstlerische Praxis. Im Bereich der Schöpfer steht das Wirken des Alchemisten im Mittelpunkt, präsentiert ihn bei der Arbeit und illustriert sein Schaffen in allegorischer wie praktischer Manier. Das Geschöpf fokussiert das Ergebnis als visueller Prozess. Dabei wird deutlich, dass die Alchemie weit mehr ist als eine phantastische Flause von künstlichem Gold. Die Alchemie ist ein Schöpfungsmythos und künstlerischem Schaffen daher wesensverwandt. Gezeigt werden Gemälde und Miniaturen, Zeichnungen und Druckgraphik, Hängerollen, Handschriften und Laborbücher, Fotografien und Cyanotypien, Chemogramme und Scanografien, Skulpturen. Installationen und Videos, falsche Edelsteine und künstliches Gold, Böttgersteinzeug und Porzellan, Goldrubinglas und Schmuck. Die Werke der modernen und zeitgenössischen Kunst stammen unter anderem von Carl Andre, Joseph Beuys, Fischli/Weiss, Heinz Hajek-Halke, Anselm Kiefer, Yves Klein, Jeff Koons, Alicja Kwade, Bernhard Prinz, Sarah Schönfeld, Gerda Schütte, Harry Smith, Natascha Sonnenschein, Rudolf Steiner und Maria Volokhova. Zur Ausstellung erscheint eine Katalogbox, die als alchemistischer Karteikasten die Vielfalt der Einzelwerke und deren reiche Verbindungen quer durch Zeiten, Kulturen und geografische Räume verdeutlicht.

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