Während Bayer Schering die Berliner Zentrale zum Pharmacampus ausbaut, um auf einem 18 Hektar großen Areal Forschung, Entwicklung, Produktion und Verwaltung zu konzentrieren, haben sich auch die anderen Arzneimittelhersteller in Deutschland - trotz der Wirtschaftskrise - auf dem heimischen Markt deutlich behauptet.
Die Pharmabranche sieht sich damit auch als Jobmotor. Insgesamt wurden 2009 etwa 270.000 Mitarbeiter im Pharmabereich beschäftigt - das bedeutet einen Anstieg von 16 Prozent innerhalb der letzten 10 Jahre. Allerdings stieg weit deutlicher das Umsatzvolumen mit einem Plus von 52 Prozent allein zwischen 2003 und 2009 und zeigt damit unsere Exportstärke in der Pharmazie, auch wenn die BRD hier keine Spitzenposition mehr einnimmt.
Die pharmazeutische Industrie ist ein wichtiger Auftraggeber für andere Industriezweige. Man geht davon aus, dass auf 2 Arbeitsplätze in der Pharmazie ein weiterer Erwerbstätiger in der Vorleistungsbranche kommt.
In dem jüngst beschlossenen Zeitmasterplan der Bayer Schering Pharma AG weist man im besonderen darauf hin, dass mit der Entscheidung der Weiterentwicklung der Unternehmenszentrale der Grundstein für eine nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit in Bezug auf den Standort Berlin gelegt wurde.
Trotzdem droht Deutschland seine Weltmarktposition in der Pharmazie weiter zu verlieren. Noch 2003 befand sich die BRD auf Platz 3 im Pharmabereich weltweit - bereits 5 Jahre später nahm Frankreich diese Position ein.
Ratiopharm wurde kürzlich vom israelischen Generika-Weltmarkthersteller TEVA übernommen, und STADA soll sich "hübsch für einen Käufer" machen, wie jüngst die Süddeutsche Zeitung schrieb, da sich der Vorstandsvorsitzende Hartmut Retzlaff offen für Angebote zeigt.
Den Pharmastandort Deutschland zu stärken, muss im Interesse der Politik liegen - darauf weist die DEA immer wieder hin. Arzneimittel bilden häufig die Grundlage für eine Genesung - in diesem Falle nicht nur von einer Krankheit, sondern auch zugunsten der Wirtschaft.